Günter Pesler: „Russische Kriegsgefangene in Baesweiler“

Kooperationsveranstaltung von
Geschichtsverein Baesweiler und VHS Nordkreis Aachen
Zeit: Donnerstag, 1. Juni 2017, 19:00 Uhr
Ort: „Zur alten Schmiede“, Aachener Straße 240, 52499 Baesweiler

Es gab in Baesweiler ein Lager für russische Kriegsgefangene? Eine Frage, die häufig mit Erstaunen gestellt wird, wenn jemand mit der Thematik in Berührung kommt. Dabei waren Kriegsgefangenenlager und Zwangsarbeit Bestandteile des alltäglichen Lebens der Menschen im Deutschland des Zweiten Weltkriegs, auch in der Aachener Region und in Baesweiler. Und warum ist dieses Thema nach mehr als 70 Jahren noch interessant? Das Menschenbild, das damals hinter dem Umgang mit den russischen Kriegsgefangenen stand, ist durchaus noch in modernen Gesellschaften präsent. Der Vortrag ist demzufolge neben der historischen Faktenlage als gegenwartsbezogene Erinnerungskultur zu verstehen, die heute und auch zukünftig notwendig sein wird, um der stets wiederkehrenden Modernisierung der Barbarei begegnen zu können. Welche Inhalte darüber hinaus wird Ihnen der Referent an dem Vortragsabend präsentieren?
Die Funktionalität der Wirtschaft im nationalsozialistischen Deutschland konnte wäh-rend des Zweiten Weltkriegs nur durch Zwangsarbeit im großen Stil aufrechterhalten werden. Betroffen waren viele Gruppen, doch keine musste so stark leiden wie die russischen Kriegsgefangenen. Mit mehr als 5 Millionen ist allein ihre Anzahl überwältigend und diejenigen von ihnen, die Zwangsarbeit in Deutschland leisten mussten, fristeten ihr Dasein unter katastrophalen, absolut lebensfeindlichen Bedingungen, die sie von anderen Kriegsgefangenen unterschieden. Beispielsweise wurden sie gezielt eingesetzt in Bereichen, in denen körperlich harte, gesundheitsschädliche und gefährliche Arbeit geleistet werden musste, so auch auf der Zeche Carl-Alexander in Baesweiler. Mit ihrem „Arbeitseinsatz“ stellen sich eine ganze Reihe von Fragen: War er überhaupt zulässig im Rahmen des Völkerrechts? Warum galten für russische Kriegsgefangene besondere Vorschriften und welche waren es im Einzelnen? Wie erfolgte ihre Verteilung und wie waren ihre konkreten Lebensbedingungen? Hatten die Menschen in Baesweiler Kontakte zu den Gefangenen und wenn ja, wie sahen diese aus? Der Referent wird den Leidensweg der russischen Soldaten von der Gefangennahme bis zu ihrer Verwendung als Zwangsarbeiter in Baesweiler nachzeichnen, wobei sich die damalige Situation im Ort u. a. auf Zeitzeugenaussagen stützt, die aus Interviews gewonnen werden konnten.

Eintritt: Frei
Anmeldung: Geschichtsverein Baesweiler, Tel. 02401-4902 oder
E-Mail: gpesler@t-online.de oder
Volkshochschule Nordkreis-Aachen, Tel. 02404-90630

Sehr geehrte Damen und Herren,
der 2. Euregionale Geschichtsmarkt in der Abtei Rolduc war ein würdiger Nachfolger der ersten Veranstaltung dieser Art vor zwei Jahren. Ohne Sie und Ihre Mitstreiter, ohne ihre Expertise, ohne Ihre Bereitschaft, der Öffentlichkeit Ihre vielfältigen historischen Tätigkeitsfelder vorzustellen, wäre die Veranstaltung nicht möglich gewesen, deshalb ist es dem Organisationsteam ein Herzensanliegen, Ihnen und allen Beteiligten zu danken.
Mit insgesamt mehr als 1.100 Besuchern konnte das schon beachtliche Interesse der Premierenveranstaltung im Jahre 2015 gesteigert werden. Diese äußerst positive Publikumsresonanz ist Motivation für eine weitere Auflage des Euregionalen Geschichtsmarktes im Jahre 2019. Aber nicht nur das öffentliche Interesse ist dafür ausschlaggebend, auch die Zahl von 34 Ausstellern (2015: 26) motiviert zu einer Neuauflage. Damit konnten, kaufmännisch betrachtet, sowohl Angebot als auch Nachfrage gesteigert werden, und das ist eine gute Nachricht für alle Teilnehmer des 2. Euregionalen Geschichtsmarktes.
Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen haben wieder einmal den Beweis erbracht, wie facettenreich lokale und regionale Geschichte ist. Sie haben in bester Art und Weise die Ergebnisse Ihrer historischen Forschungsarbeit präsentiert und damit in der Öffentlichkeit, darauf lassen bereits die ersten Rückmeldungen schließen, ein sehr positives Echo hervorgerufen.
Bitte geben Sie den Dank des Organisationsteams an alle Ihre Kolleginnen und Kollegen weiter, die mit ihrem persönlichen Einsatz zum Gelingen des 2. Euregionalen Geschichtsmarktes beigetragen haben.
Herzlichen Dank, dass Sie dabei waren!
Mit den besten Grüßen, Ihr Organisationsteam
Catharina Scholtens Günter Pesler 
Stadtlogo

Archiv der Stadt Baesweiler nutzbar

Der Geschichtsverein Baesweiler hatte bereits im Mitteilungsblatt Nr. 52 berichtet, dass der städtische Archivbestand für die Öffentlichkeit nutzbar ist. Die Bestände sind zurzeit bis zum Jahr 1934 geordnet, gesichtet und erfasst. Seit Februar 2016 kann nun auch das Findbuch der Gemeinde Setterich, welches die Verwaltungsakten von 1961 bis zur kommunalen Neugliederung 1972 erschließt, eingesehen werden. Neben dem Archiv des Geschichtsvereins Baesweiler gibt es damit weitere große Bestände an Archivalien, die Geschichtsinteressierte nutzen können. Auf der Homepage der Stadt Baesweiler www.baesweiler.de befindet sich in der Menüleiste auf der linken Seite unter „Geschichte“ der Unterpunkt „Stadtarchiv“. Dort finden Sie alles Wissenswerte. Die Modalitäten der Einsichtnahme hier kurz zusammengefasst:

1. Aus dem Findbuch „Bürgermeisterei Baesweiler“ bis zu fünf Akten aussuchen.
2. Benutzungsantrag unter Angabe der Aktennummern ausfüllen.
3. Benutzungsantrag persönlich im Rathaus abgeben oder per E-Mail an Simone.Wetzel@stadt.baesweiler.de; telefonische Rückfragen bitte unter 02401-800-208
4. Der Antragssteller erhält die Nutzungsbestätigung mit Termin.
5. Die Einsichtnahme erfolgt im Rathaus Mariastraße, Raum 104

Grundsätzlicher Termin zur Einsichtnahme in die ausgesuchten Akten ist jeweils der erste Montag im Monat von 10:00 bis 12:00 Uhr. Die Termine werden zudem in der Baesweiler Stadtinfo angekündigt. Im Einzelfall, z. B. für größere Forschungs-vorhaben, können davon abweichende Termine während der Öffnungszeiten des Rathauses vereinbart werden. Beachten Sie bitte, dass der Benutzungsantrag spätestens vier Tage vor dem Termin der Einsichtnahme abgegeben worden sein muss.
Bitte fotografieren Sie die gewünschten Seiten, damit die Archivalien geschont werden. Die Anfertigung von Kopien ist deshalb nur im Ausnahmefall möglich. Zu beachten ist in diesem Fall, dass die Kosten selbst getragen werden müssen. Weitere Einzelheiten können der Benutzungsordnung entnommen werden. An den Öffnungstagen steht Beratung für Auskünfte bereit.
Mit der Stadt ist vereinbart, dass über die Homepage des Geschichtsvereins Baesweiler eine Verlinkung zur Internetseite „Stadtarchiv“ geschaffen wird, auf der die Findbücher, Benutzungsantrag und -ordnung sowie darüber hinaus der Bestand des Familienarchivs Kurt Faßbinder eingesehen werden können.

Hier der Link, damit Sie ohne Umwege auf die Internetseite „Stadtarchiv“ kommen: ~~>