Sehr geehrte Mitglieder und Freunde des Geschichtsvereins Baesweiler,
Volkshochschule Aachen Nordkreis und der Geschichtsverein Baesweiler e.V. starten am 29. und 30.09.2017 die in Kooperation mit dem Historiker Enno Schwanke vom Historischen Institut der Universität zu Köln entwickelte 7-teilige Vortragsreihe

„Geschichte verstehen - Zukunft gestalten“

die bis Sommer 2018 im 8-Wochen-Rhythmus fortgesetzt wird.
Ort des ersten Veranstaltungswochenendes ist das Gymnasium Baesweiler: Freitag 19:00 Uhr und Samstag 14:00 Uhr.





Das Projektteam stellte in den vergangenen Monaten in zahlreichen Gesprächen die Veranstaltungsreihe vor, um möglichst viele Menschen und gesellschaftliche Gruppen in die Diskussion einzubinden. Dabei haben wir viel Unterstützung erfahren, von den Bürgermeistern der vier Nordkreiskommunen, von Schulen, Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, von den Medien und interessierten Menschen.
Dafür danken wir - Jana Blaney (Leiterin Volkshochschule Nordkreis Aachen), Enno Schwanke (Historisches Institut der Universität zu Köln), Heinz W. Kneip und Günter Pesler (Geschichtsverein Baesweiler e. V.) – herzlichst. ( Bild v.l.n.r. Heinz Kneip, Günter Pesler, Jana Blaney, Dr. Linkens) Auch nach Beginn der Veranstaltungsreihe führen wir die Gespräche fort. Gerne stehen wir hierzu allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung.
Im Rahmen der intensiven Vorbereitungsphase wurden sieben junge Wissenschaftler/innen verschiedener Universitäten aus ganz Deutschland gewonnen. Nun ist es soweit: das erste Themenwochenende startet.


Drei Anmerkungen vorweg:

1. Freitags- und Samstagsveranstaltung sind stets thematisch gekoppelt.
2. Es geht neben der historischen Spurenlese auch um die Verbindung zur Gegenwart mit der Fragestellung: „Sind heute in der deutschen Gesellschaft Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bedroht?“
3. Weiterführende Informationen zur Veranstaltungsreihe - u. a. eine Präsentation - finden Sie auf der Homepage des Geschichtsvereins Baesweiler: www.geschichtsverein-baesweiler.de und der VHS Aachen Nordkreis.

Erster Veranstaltungstag: Freitag, 29. September 2017, 19:00 Uhr
Gymnasium Baesweiler, Aula, Otto-Hahn-Straße 16, 52499 Baesweiler
Nach der Begrüßungsansprache durch Bürgermeister Dr. Willi Linkens liest der erste Gast der 7-teiligen Veranstaltungsreihe, der Schriftsteller Niklas Frank aus seinem Buch:
Niklas Frank „Der Vater - Eine Abrechnung“

Der Journalist, langjährige Auslandskorrespondent und erfolgreiche Autor war über zwei Jahrzehnte Reporter beim STERN und ist Verfasser der Trilogie „Der Vater“, „Meine Deutsche Mutter“ und „Bruder Norman!“. Darin arbeitet er das Leben seiner Eltern und seine Beziehung zu ihnen auf: Hans Frank, 1946 in Nürnberg zum Tode durch den Strang verurteilter Generalgouverneur im besetzten Polen, und Brigitte Frank (Zeitgenossen nannten ihn den „Schlächter von Polen“, die Mutter „Königin von Polen“). Niklas Frank rekonstruiert lückenlos das Leben seines Vaters durch Erinnerungen, Gespräche mit seinem Bruder und jahrelangen Recherchen, in deren Verlauf er erkennen musste, welch ungeheures Ausmaß dessen Verbrechen hatten. Mit seiner schonungslosen Aufklärungsarbeit und seiner Bereitschaft zur kontroversen Diskussion ist er Vorbild insbesondere für junge Menschen. Nach der Lesung lädt der Autor zur Diskussion mit offenem Ende ein. Günter Pesler vom Geschichtsverein Baesweiler führt in den Abend ein und moderiert die Diskussion.
Eintritt: 5,- € (Schüler, Studierende, ALG II-Empfänger frei)
Anmeldung: Geschichtsverein Baesweiler, Telefon: 02401-4902, E-Mail: gpesler@t-online.de oder
Volkshochschule Nordkreis Aachen, Telefon: 02404-90630,
E-Mail: info@vhs-nordkreis-aachen.de


Immer wieder wird folgende Frage gestellt: „Wie konnte es zum Nationalsozialismus und zu all den damals begangenen Verbrechen kommen?“ Die Ursachen, also die ideengeschichtlichen Vorläufer des Nationalsozialismus wird am Samstag der Historiker Michael Sulies beleuchten. Die thematische Kopplung der Freitags- und der Samstagsveranstaltung lässt sich prägnant wie folgt zusammenfassen:
hier die Folgen, dort die Ursachen.


Zweiter Veranstaltungstag: Samstag, 30. September 2017, 14:00 Uhr - 17:00 Uhr
Gymnasium Baesweiler, PZ, Otto-Hahn-Straße 16, 52499 Baesweiler
Michael Sulies, Historisches Institut der Universität zu Göttingen: „Ideengeschichtliche Vorläufer des Nationalsozialismus“

Der Referent befasst sich mit den Ursprüngen des Nationalsozialismus ab Mitte des 19. Jahrhunderts: Antisemitismus, Rassismus, völkische Bewegung u. a. Mit der Gründung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) flossen die bereits im deutschen Kaiserreich angelegten ideengeschichtlichen Wurzeln in eine antidemokratische Ideologie ein, die in einem autoritären Führerstaat umgesetzt werden sollten; mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 wurde das Gedankengut in weiten Teilen zur erschütternden Realität. Darüber hinaus erläutert der Referent in diesem Zusammenhang den Stellenwert des 1. Weltkriegs, die Auseinandersetzungen zwischen den parteipolitischen Lagern in der Weimarer Republik und die daraus resultierenden Mentalitäten und Einstellungen, die nach 1933 von der NSDAP nur noch adaptiert werden mussten. Nach dem historischen Referat wird mit themenbezogenen Thesen die Brücke in die Gegenwart geschlagen, die historischen Erkenntnisse werden mit aktuellen Entwicklungen gespiegelt. Im Zentrum der Veranstaltung steht dabei ein reger Meinungsaustausch zwischen Gästen und Referent und den Gästen untereinander.
Eintritt: Frei
Anmeldung: Geschichtsverein Baesweiler, Telefon: 02401-4902, E-Mail: gpesler@t-online.de oder
Volkshochschule Nordkreis Aachen, Telefon: 02404-90630,
E-Mail: info@vhs-nordkreis-aachen.de)


Erläuterungen zum Ansatz der Vortragsreihe:
Inhaltlich stellt die Vortragsreihe mit Blick auf aktuelle nationale und europäische Entwicklungslinien darauf ab, am Beispiel von sieben Themenschwerpunkten den Weg der Gesellschaft im Nationalsozialismus in die Inhumanität aufzuzeigen und die historischen Erkenntnisse mit aktuellen Bezügen zu spiegeln.
Menschen ins Gespräch bringen: Die Kinder der Täter-/Opfergeneration und Jugendliche und junge Erwachsene, die biografisch an der Schwelle zur gesellschaftlichen Verantwortung stehen, sowie alle Interessierten an kontroversen aber auf gegenseitigem Respekt beruhenden Diskussionen, möchte das Projektteam an einen neutralen Ort zusammenbringen und zum offenen Gespräch einladen. Ziel ist, dafür zu sensibilisieren, dass das Privileg Teil einer offenen und freien Gesellschaft zu sein nicht a priori gegeben, sondern immer nur Ergebnis von Partizipation, Engagement und Haltung des Einzelnen ist.
Methodik: Das Themenwochenende wird jeweils am Freitag zuvor durch Lesungen, Podiumsdiskussionen usw. eingeführt. Insbesondere Menschen, die über persönli-che Schicksale berichten können, die Geschichten mit der Geschichte verbinden, sol-len hier zu Wort kommen, wobei sich bereits hier das Publikum aktiv einbringen soll.
Schritt 1: Die Samstagsveranstaltung soll zunächst mit der historischen Aufarbeitung des jeweiligen Themenschwerpunktes durch junge Wissenschaftler/innen beginnen.
Schritt 2: Themenbezogene Thesen stellen den Bezug zu aktuellen nationalen und/oder europäischen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen her.
Schritt 3: Anschließend wird in einer moderierten Diskussion das Gespräch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gesucht. Äußern Sie Ihre Fragen an den/die Historiker/innen, kommen Sie aber auch mit ihren Tischnachbarn ins Gespräch. Insbesondere der Austausch zwischen jungen und älteren Menschen, der in den Familien häufig nicht stattfindet, kann in einer neutralen Umgebung zu einer offenen Diskussion führen. Zeitzeugen, die den Weg Deutschlands in eine Demokratie beobachtet und gestaltet haben, die selbst nicht selten das Schweigen in den Familien belastet hat, und jungen Menschen bietet sich damit die Möglichkeit eines fruchtbaren Austauschs. Erfahrungsträger der Vergangenheit und Verantwortungsträger der Zukunft in das Gespräch zu bringen, das ist der Schwerpunkt der gesamten Veranstaltungsreihe. Die Historiker stehen für Fragen während der gesamten Veranstaltung zur Verfügung.
Für die jüngeren Teilnehmer/innen öffnet sich zudem der Einblick in die „Werkstatt des Historikers“, denn die jungen Wissenschaftler/innen stehen auch hierzu für Fragen zur Verfügung.



Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an der Veranstaltungsreihe „Geschichte verstehen - Zukunft gestalten“. Werden Sie Teil eines Projekts, welches für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit werben und vor den Gefahren, die heute diesen Eckpfeilern unseres Gemeinwesens drohen, warnen will. Für Anregungen Ihrerseits, für ein offenes Gespräch mit Ihnen auch außerhalb der Veranstaltungstermine stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Nutzen Sie zur Kontaktaufnahme bitte die folgende E-Mail-Adresse: gpesler@t-online.de
Jana Blaney
Enno Schwanke
Heinz Kneip
Günter Pesler
Projektteam „Geschichte verstehen - Zukunft gestalten“


Wir trauern um unser ehemaliges Vorstandsmitglied

Horst Gießler

.
Mit ihm verlieren wir einen Freund und Kollegen, der mit Leib und Seele Vereinsmensch war. Ob im Junggesellenverein, im Fußball beim SV 09 Baesweiler oder im Geschichtsverein Baesweiler, immer hat er an entscheidender Stelle gewirkt.
Als Gründungsmitglied des Geschichtsvereins Baesweiler e. V. und langjähriges Mitglied des Vorstands hat er die Entwicklung von Beginn an begleitet. Sein Herzensanliegen war der Aufbau der Familienforschung und eines vereinseigenen Archivs. Beides hat er in hervorragender Weise umgesetzt: Die Familienforschung des Geschichtsvereins Baesweiler ist weithin bekannt und im Laufe der Jahre ist es ihm als verantwortlicher Archivar gelungen, einen riesigen Bestand an Archivgut zu erfassen und zu ordnen, eine Pionierarbeit, von der die Menschen, die sich für lokale und regionale Geschichte interessieren, heute und in Zukunft profitieren werden. Angesichts seiner besonderen Verdienste um den Geschichtsverein Baesweiler hat ihm der Vorstand im vergangenen Jahr die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Horst Gießlers Fachkenntnisse in der Familienforschung und seine unermüdliche Vereinsarbeit waren bald über die Grenzen von Baesweiler und der Region hinaus bekannt, so dass er für seinen ehrenamtlichen und überaus engagierten Einsatz vom Landschaftsverband Rheinland im Jahre 2013 als zweiter Baesweiler überhaupt mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet wurde.
Wir verneigen uns vor unserem Horst Gießler. Seine Liebe zum Geschichtsverein Baesweiler, seine Hilfsbereitschaft, sein kamerad-schaftlicher, offener und streitbarer Charakter werden uns immer in Erinnerung bleiben. Danke!

Der Vorstand des Geschichtsvereins Baesweiler e. V.

Das Heft zur Ausstellung
„Baesweiler und Montesson im 1. Weltkrieg“
ist da!


Auf gut 100 Seiten wird die Ausstellung vom März diesen Jahres im Rathaus Baesweiler (s. Mitteilungen Nr. 60) dokumentiert.
Wer nicht die Gelegenheit hatte, die Ausstellung zu besuchen, oder wer die Exponate noch einmal in Ruhe nachlesen möchte, kann das Heft ab sofort zum Preis von 10 € erwerben. Sowohl in der Buchhandlung Wild/Baesweiler wie auch im Vereinsarchiv (samstags vormittags 10:30 – 12.30 Uhr) und über den Shop des Vereins kann das Heft bezogen werden.

Save The Date
7. Tag der Genealogie
15.10.2017 10-17 Uhr
Kulturzentrum Burg Baesweiler

Stadtlogo

Archiv der Stadt Baesweiler nutzbar

Der Geschichtsverein Baesweiler hatte bereits im Mitteilungsblatt Nr. 52 berichtet, dass der städtische Archivbestand für die Öffentlichkeit nutzbar ist. Die Bestände sind zurzeit bis zum Jahr 1934 geordnet, gesichtet und erfasst. Seit Februar 2016 kann nun auch das Findbuch der Gemeinde Setterich, welches die Verwaltungsakten von 1961 bis zur kommunalen Neugliederung 1972 erschließt, eingesehen werden. Neben dem Archiv des Geschichtsvereins Baesweiler gibt es damit weitere große Bestände an Archivalien, die Geschichtsinteressierte nutzen können. Auf der Homepage der Stadt Baesweiler www.baesweiler.de befindet sich in der Menüleiste auf der linken Seite unter „Geschichte“ der Unterpunkt „Stadtarchiv“. Dort finden Sie alles Wissenswerte. Die Modalitäten der Einsichtnahme hier kurz zusammengefasst:

1. Aus dem Findbuch „Bürgermeisterei Baesweiler“ bis zu fünf Akten aussuchen.
2. Benutzungsantrag unter Angabe der Aktennummern ausfüllen.
3. Benutzungsantrag persönlich im Rathaus abgeben oder per E-Mail an Simone.Wetzel@stadt.baesweiler.de; telefonische Rückfragen bitte unter 02401-800-208
4. Der Antragssteller erhält die Nutzungsbestätigung mit Termin.
5. Die Einsichtnahme erfolgt im Rathaus Mariastraße, Raum 104

Grundsätzlicher Termin zur Einsichtnahme in die ausgesuchten Akten ist jeweils der erste Montag im Monat von 10:00 bis 12:00 Uhr. Die Termine werden zudem in der Baesweiler Stadtinfo angekündigt. Im Einzelfall, z. B. für größere Forschungs-vorhaben, können davon abweichende Termine während der Öffnungszeiten des Rathauses vereinbart werden. Beachten Sie bitte, dass der Benutzungsantrag spätestens vier Tage vor dem Termin der Einsichtnahme abgegeben worden sein muss.
Bitte fotografieren Sie die gewünschten Seiten, damit die Archivalien geschont werden. Die Anfertigung von Kopien ist deshalb nur im Ausnahmefall möglich. Zu beachten ist in diesem Fall, dass die Kosten selbst getragen werden müssen. Weitere Einzelheiten können der Benutzungsordnung entnommen werden. An den Öffnungstagen steht Beratung für Auskünfte bereit.
Mit der Stadt ist vereinbart, dass über die Homepage des Geschichtsvereins Baesweiler eine Verlinkung zur Internetseite „Stadtarchiv“ geschaffen wird, auf der die Findbücher, Benutzungsantrag und -ordnung sowie darüber hinaus der Bestand des Familienarchivs Kurt Faßbinder eingesehen werden können.

Hier der Link, damit Sie ohne Umwege auf die Internetseite „Stadtarchiv“ kommen: ~~>